Form • Material • Erinnerung
Eine Begegnung, die älter ist als die Zeit
Seit vielen Jahren begleitet mich die Vorstellung von Gegenständen, die wirken, als hätte man sie gerade aus der Erde geborgen – alt, verwittert, beinahe versteinert.
Trommeln, Rasseln, Flöten, Gesang und Tanz gehören zu den ältesten Ausdrucksformen des Menschen. Wie die ersten Klangobjekte tatsächlich ausgesehen haben, wissen wir nur dort, wo Materialien die Zeit überdauert haben. Vieles ist vergangen, ohne eine Spur zu hinterlassen.
Meine Arbeiten sind deshalb keine Rekonstruktionen archäologischer Fundstücke, sondern Annäherungen an Formen, die es vielleicht gegeben haben könnte – oder auch nicht. Für ihre Herstellung habe ich über Monate mit Materialien und Oberflächen experimentiert, bis eine formbare Masse entstand, die nach dem Trocknen hart wie Stein wird. Risse, Rillen und unregelmäßige Spuren sind dabei bewusst Teil der Form.
Viele dieser Formen sind zugleich Instrumente. Rasseln, Klangkugeln, Klangbündel und Okarinen sind spielbar; Flöten werden diese Klangwelt erweitern. Aus ihren Klängen, aus Atem, Stimme und Rhythmus entstehen meine Klanggeschichten.
Vielleicht ist all das Teil dessen, was mich seit vielen Jahren begleitet: Der Versuch einer Begegnung, die älter ist als die Zeit.
„Bewegung & Klang“
Rasseln · Klangkugeln · Klang-Eier · Klangbündel · Klangnester

Sichtbare Bewegung: Schütteln, Rasseln, Rhythmus
Matúre Formen & Symbolsprache
MATÚR beschreibt die Art, wie meine Arbeiten entstehen – aus Material, Handlung und Prozess. Unregelmäßigkeit ist dabei bewusst Teil der Form. Sie folgt dem, was es werden will, nicht dem Perfekten. Ich dekoriere die Form nicht, sie entwickelt sich aus der Bearbeitung des Materials heraus. Spiralen, Punkte und Rillen erscheinen bewusst als wiederkehrende Elemente als Spuren von Bewegung. Sie folgen keiner überlieferten Bedeutung, sondern meiner eigenen Form- und Zeichensprache.
„Atem & Klang“
Okarina · Flöte

Der Klang entsteht nicht mehr durch schütteln oder Anschlagen, sondern durch Atem
Schalen · Amulette · weitere Objektformen
Hier wird der Klang als eigentliches Thema etwas stiller und die Form- und Zeichensprache tritt stärker hervor.

Die Lauschenden / Klang-Gruppe
Sie lauschen dort, wo die Stille ist, bevor ein Klang entsteht

Während des Arbeitens entstanden fünf Gestalten – Der überdimensionale, kreisförmige Kopf wird zum Resonanzraum. Das Gesicht ist auf wenige Formen reduziert, die Augen geschlossen. Sie lauschen mit jenen Ohren, die nach innen hören. Der Mund ist nur angedeutet oder fehlt bewusst ganz – denn sie sprechen nicht, sie lauschen.
Amulette
Es gab Zeiten, in denen Menschen Zeichen und Symbole unmittelbar am Körper trugen. Sie waren nicht nur Schmuck. Sie konnten schützen, Kraft geben, Zugehörigkeit zeigen oder an etwas erinnern, das für den Menschen von Bedeutung war. Dieser Gedanke findet sich auch in meinen Amuletten wieder. Zentraler Punkt ist hier die Spirale. Sie sind keine Nachbildungen historischer Vorbilder, sondern eigene Formen. In ihnen verbinden sich besonderes Material, Zeichen und persönliche Bedeutung – als etwas, das getragen und zum Begleiter werden kann.

Es gab 26 dieser Amulette und viele haben bereits ihren Träger/Innen gefunden.



Bewegung → Klang → Atem → Form → Lauschen
