Über mich


Ich wurde 1962 in Deutschland geboren, verbrachte aber die prägenden Jahre meiner Kindheit in La Paz, Bolivien, wo meine Eltern als Entwicklungshelfer tätig waren. Diese Zeit war erfüllt von kultureller Vielfalt, Naturverbundenheit und einer frühen Nähe zu indigenen Lebensweisen. Durch das Spielen mit den indigenen Kindern und durch Teresa, unser Dienstmädchen, wuchs ich in den Alltag der Aymara und Quechua hinein – in ihre Art zu leben, ihre aus Lehmziegeln (Adobe) geformten Häuser und die lebendige Einfachheit ihres täglichen Miteinanders. Dort bin ich viele Jahre mit einem Weltbild in Berührung gewesen, das den Menschen als Teil einer größeren kosmologischen Ordnung versteht – eingebettet in Natur, Rhythmus und Beziehung. Diese frühen Erfahrungen haben mich nachhaltig stark animistisch geprägt. Siehe Fotos/Bolivien/Chile/Amazonas

Später fand dieses frühe Erleben durch meine autodidaktische Vertiefung in Anthropologie, Ethnologie und Musikethnologie eine fachliche Ergänzung und Einordnung. Diese Bereiche bestätigten vieles von dem, was damals still in mich hineingefallen war. Deshalb versteht sich meine heutige Arbeit mehr kulturell und erfahrungsbasiert – nicht als esoterisches Glaubenssystem, sondern als praktische Verbindung von Handwerk, Rhythmus, Klang und kultureller Achtsamkeit. 

Schon sehr früh zeigte sich bei mir eine ausgeprägte Hyperakusis und Reizüberflutung; später erhielt ich die Diagnose Autismus‑Spektrum‑Störung (Asperger Syndrom) und ADHS. Diese neurodivergente Wahrnehmung lässt mich Rhythmen, Klänge und Frequenzen so detailliert und vielschichtig erfassen, dass sie sich mir in einer vielfältigen Struktur zeigen, ähnlich wie fraktale Bilder. Was in meiner Kindheit und Jugend oft sehr herausfordernd war, bildet heute ein wesentliches Fundament meiner Arbeit. Die Nähe zur Natur wurde für mich schon damals ein Ort der Zuflucht, der Sicherheit und des Trostes – und ist bis heute ein zentraler Bestandteil meines Lebens und meines künstlerischen, handwerklichen und rituellen Schaffens.

Heute: Ende 2025 habe ich meine 20jährige Workshop-Tätigkeit im Trommelbau beendet, um mich der Aufnahme meiner Musik und dem Schreiben meines Buches Geist & Magie hinter der Trommel™ ganz zu widmen. Darin fließen meine Erfahrungen aus zwei Jahrzehnten praktischer Arbeit, musikalischer Forschung und persönlicher Entwicklung zusammen. Das Buch beleuchtet die kulturellen, gestalterischen, morphologischen und kosmologischen Dimensionen der Trommel – als Instrument, als Werkzeug, als Medium und als Wesen. Durch diese vier Säulen spanne ich in meinem Buch einen weiten Bogen. Er gibt auch anderen Ritualinstrumenten und den dazugehörigen Gegenständen Raum – Rassel, Flöte, Stimme und weitere Formen, die die Trommel in ihrer Arbeit unweigerlich begleiten.